hellgrüner Hintergrund mit verschiedenen geometrischen Figuren

„Grenzgänger“ feiert Release in Gießen

„Grenzgänger“ feiert Release in Gießen

Ein Serious Game über Flucht, Freiheit und Entscheidungen in der DDR

Wie fühlt es sich an, die DDR zu verlassen? Genau diese Frage stellt unser neues Serious Game „Grenzgänger“, das wir gemeinsam mit dem Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen entwickelt haben. Am vergangenen Donnerstag fand dort die feierliche Release-Veranstaltung statt – mit vielen Besucher*innen, spannenden Eindrücken und spürbarer Begeisterung.

Drei Geschichten, drei Wege in die Freiheit

In Grenzgänger erleben Spieler*innen drei sehr unterschiedliche Lebenswege:

  • Assel, eine mutige Punkerin aus Jena, widersetzt sich den Regeln des Systems.
  • Micha möchte lieber studieren als den Militärdienst antreten.
  • Hanna und ihre Tochter Peggy suchen im Westen medizinische Hilfe und neue Hoffnung.

Diese drei Figuren zeigen, wie vielfältig die Gründe für eine Ausreise waren und wie riskant jeder Schritt sein konnte. Die Spielenden treffen laufend Entscheidungen und bestimmen, wie sich die Geschichten entwickeln. Dadurch entsteht ein intensives Gefühl von Eigenverantwortung. Manchmal entscheidet sogar ein Würfelwurf über das weitere Schicksal, wodurch die Willkür des Systems spürbar wird.

Geschichte zum Mitspielen

Bei der Veranstaltung im Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen wurde Grenzgänger erstmals öffentlich vorgestellt. Die bekannte Gamerin und Streamerin Josina Lukac (alias @miaumarmelade) spielte live auf der Bühne die Rolle von „Assel“. So konnten die Gäste miterleben, wie Geschichte plötzlich auf dem Bildschirm lebendig wird, emotional, interaktiv und nahbar.

Dr. Martin Thiele-Schwez, Geschäftsführer von Playing History, erklärte:

„Spiele bieten einen einfachen und zugleich tiefen Zugang zu komplexen Themen. Sie fordern Entscheidungen, aktivieren Emotionen und schaffen Verständnis – auf eine Weise, die Bücher oder Filme kaum erreichen.“

Auch Dr. Florian Greiner, Geschäftsführer des Lern- und Erinnerungsorts, zeigte sich begeistert. Das Spiel soll dauerhaft Teil der Ausstellung werden, damit Besucher*innen die Geschichten künftig selbst erkunden können. Außerdem wird es Begleitmaterial für den Unterricht geben, damit Lehrkräfte Grenzgänger direkt im Schulkontext einsetzen können.

Spielerisch lernen und emotional verstehen

Grenzgänger nutzt bewusst eine farbenfrohe, comicartige Gestaltung. Dadurch entsteht ein lebendiger Stil, der jungen Menschen einen leichten Zugang ermöglicht und gleichzeitig Empathie weckt.

Die 16-jährige Victoria Roether von der Liebigschule in Gießen fasste ihre Eindrücke so zusammen:

„Mir gefällt der Stil richtig gut. Ich kann selbst entscheiden, was passiert, und dadurch fühle ich mich mitten in der Geschichte.“

Jetzt kostenlos spielbar

Grenzgänger ist ab sofort kostenlos online spielbar:
👉 Hier geht’s direkt zum Spiel

Ein Projekt von Playing History in Kooperation mit dem Lern- und Erinnerungsort Notaufnahmelager Gießen,
gefördert durch die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte.

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