StoryFusion Meetup Berlinale: Storytelling in Games
StoryFusion Meetup Berlinale: Wie Games Geschichten erzählen und warum Serious Games dabei glänzen
Wenn die Berlinale startet, denkt man zuerst an Film. Dieses Jahr aber auch an Games: Zum ersten Mal sind Spiele sichtbar Teil des Berlin International Film Festival und damit Teil der Frage, wie Storytelling heute und morgen funktioniert. Filme und Games wachsen längst zusammen: Blockbuster-Adaptionen, Serienhits und beim European Film Market mit EFM Beyond sogar ein eigener Bereich für Crossmedia-Storytelling. Genau in dieses Momentum fiel das StoryFusion Meetup Berlinale gemeinsam mit Goldener Spatz zum Thema: „Storytelling in Games for Young Audiences“.
Das MeetUp war so schnell ausgebucht, dass eine Warteliste entstand. Umso schöner: ein Raum voller Menschen aus Storytelling, Games, Film sowie Kinder- und Jugendmedien mit viel Energie, Neugier und Austausch. Für StoryFusionBerlin war es außerdem ein Comeback, mit dem Goldenen Spatz, dem wichtigsten deutschen Branchentreffen für audiovisuelle Kindermedien, als starkem Partner.
Procedural Rhetoric: Bedeutung entsteht durchs Tun
Special Guest war Dr. Martin Thiele-Schwez, Geschäftsführer von Playing History. Er sprach über die Chancen von Serious Games im Storytelling, besonders dann, wenn man junge Zielgruppen erreichen will. Ein Satz brachte den Kern auf den Punkt:
„How can you make a point with a game? By applying procedural rhetoric: experience by doing.”
Games argumentieren nicht nur über Dialoge oder Plot, sondern über Mechaniken, Entscheidungen und Konsequenzen. Man versteht, weil man handelt.
THE FEED: Kein Zeigefinger – ein erlebbares System
Als Beispiel stellte Martin THE FEED vor: ein Serious Game über die Dynamiken sozialer Medien, Algorithmen, Aufmerksamkeit, emotionale Trigger. Die Stärke: THE FEED erklärt nicht moralisch, es lässt erleben. Spieler*innen spüren im eigenen Tun, wie sich Entscheidungen im System verstärken und wie schnell sich der Feed verschiebt.
Warum das für junge Zielgruppen so gut funktioniert
Junge Menschen merken sofort, wenn etwas belehrend ist. Serious Games können hier ihre größte Qualität ausspielen:
- Komplexität spielbar machen
- Haltung ohne Predigt
- Gespräche anstoßen: „Was habe ich getan und warum?“
Besonders spannend war dabei der Blick auf das, was Games von Film unterscheidet: Bedeutung entsteht nicht nur über Figuren und Plot, sondern über Regeln. In Serious Games heißt das: Spieler*innen verstehen nicht, weil ihnen etwas erklärt wird, sondern weil sie es erleben. Genau darin liegt auch die Chance für Inhalte, die junge Zielgruppen erreichen sollen, ohne Zeigefinger, aber mit echter Wirkung. Das Meetup hat gezeigt, wie viel Potenzial in der Verbindung von Games, Film und Kinder- und Jugendmedien steckt und wie wichtig Räume sind, in denen sich diese Welten begegnen.
Danke an die Vertretung des Freistaats Thüringen für die Gastfreundschaft, an die Deutsche Kindermedienstiftung Goldener Spatz für die Organisation und an alle, die da waren: fürs Zuhören, Fragen, Mitdenken.

