Point and „Brick“-Adventure: Boardgame Historian zur gamifizierten Ausstellung in der Ziegelei Lage
Boardgame Historian hat einen ausführlichen Erfahrungsbericht zur neuen, gamifizierten Dauerausstellung „Von Babylon bis zum Mond“ im LWL-Museum Ziegelei Lage veröffentlicht. Der Bericht zeigt, wie Spiele und Geschichte in einer Ausstellung verschmelzen können und warum das Ergebnis so überzeugend ist.
Anne Wieland, Autorin des Berichts, hebt gleich zu Beginn hervor, was die Ausstellung so einzigartig macht: Die Spiele sind kein Add-on, sondern das Herzstück des Konzepts. Statt klassischer Infotafeln und Vitrinen gibt es hier interaktive Erlebnisse, die die Besucher:innen in verschiedene Epochen eintauchen lassen – und das von der ersten Minute an.
„Minispiele, die ganz am Ende noch irgendwie in die Ausstellung „gepackt“ würden, kamen für uns nicht in Frage. Die Spiele sollten Teil des Gesamtkonzeptes sein und zwar von Anfang an.“ (Anne Wieland vom Boardgame Historian)
Sechs Epochen, sieben Spiele, ein roter Faden
Der Bericht beschreibt detailliert, wie die Ausstellung funktioniert: Historische Gebäude stehen im Mittelpunkt, jedes mit einem eigenen Spiel, das eine andere Spielmechanik und ein anderes Vermittlungsziel verfolgt. Besonders hervorgehoben werden:
Der Tempelturm von Babylon als kooperatives oder kompetitives Echtzeit-Strategiespiel an zwei Touchscreens – ein Spiel, das nicht nur Spaß macht, sondern auch die symbolische Bedeutung des Turms und die Herausforderungen des antiken Bauens vermittelt.
Die römische Villa Otrang, in der die Spieler:innen in die Rolle von Sklav:innen schlüpfen und das Haus des Hausherrn interaktiv instand setzen – ein Spiel, das zeigt, wie Komfort im alten Rom funktionierte.
Das Rathaus Stralsund, bei dem die Spieler:innen die Fassade im Kreativ- oder Auftragsmodus gestalten – und dabei lernen, wie Backsteingotik als Ausdruck von Stolz und Identität genutzt wurde.
Die Siedlung Siekerfelde, ein magnetisches Puzzle für zwei Spieler:innen, das die Stärke von Genossenschaften erlebbar macht.
„Playing History hatte uns überzeugt, weil sie ganz unterschiedliche Spiele vorgeschlagen hatten. Mal haptisch und kooperativ, mal eine Art Point and Click-Adventure, mal kreativ und mal gegen den Computer oder eine andere Person. So ist für alle etwas dabei.“ (Anne Wieland, Boardgame Historian)
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